1986 - In den Ecken gestöbert

Wir schreiben den März 1986. Heiner Strungies zückt seine Kamera und erkundet das Bahnbetriebswerk Bielefeld, welches in den nächsten Tagen geschlossen werden wird. Vielleicht eine letzte Möglichkeit, die Örtlichkeiten für die Nachwelt auf Film zu bannen, bevor die Abrißbirne hier Fakten schaffen wird.

Beginnen wir unseren Rundgang an der Stadtheider Str. 5, einem Grundstück hinter den Kfz-Hallen: Noch ist der Blick auf den Ringlokschuppen möglich. Bei genauem Betrachten ist noch der schwarze Schriftzug "Bahnbetriebswerk" hinter den drei Bäumen erkennen. Hinter dem kleinen Anbau verbirgt sich das Kompressorhaus und der Kessel der Auswaschanlage. Auf dem Bild rechts daneben schaut man auf den Mitarbeiter-Parkplatz, wie er täglich von den Eisenbahnern vorgefunden wurde. Im vorderen Teil befindet sich die Kantine, dahinter die Umkleideräume. Rechter Hand, an der Auffahrt zum E-Lokschuppen sehen wir das Verwaltungsgebäude mit den Übernachtungsräumen in der 1. Etage. Kunstvoll drapiert schmückt das Rad einer Schnellzuglok den Eingangsbereich zum Bw.

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Begeben wir uns nun in die schmale Gasse hinter den Umkleiden. Am Ende, am Schuppengleis 8 wird man den Schuppen betreten können. Doch für uns geht es hier jetzt nicht weiter. Wir machen also kehrt und begeben uns vorbei an abgestellten Elektrolokomotiven auf Gleis 66 Richtung Drehscheibe. Der Blick zurück fällt auf die Lehrwerkstatt welche in wenigen Tagen, am 1. April geschlossen werden wird.... ein schlechter Aprilscherz. Rechter Hand nimmt man Umweltschutz wohl nicht mehr so genau, Fässer stehen und liegen am Ringlokschuppen unterhalb der Fenster des Werkmeisterbüros. Neben den Fenstern warnt ein gelbes Schild an den Steigeisen vor Einsturzgefahr beim Betreten des Daches.

joomplu:1557Einige Meter weiter fällt der Blick auf die vor Gleis 4 abgestellte Oldenburger 216 157. Auffällig ist der verlängerte, hölzerne Vorbau, um Reisezugwagen mit einer Länge von 26,4m im Schuppen unterbringen zu können.

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Dem Fotograf ist die Lok noch eine Aufnahme von hinten wert.

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Einmal gedreht, fällt der Blick auf die Drehscheibe. Die rechter Hand liegende Lokleitung schaut nicht sonderlich attraktiv aus und wird fotografisch zunächst verschmäht. Noch sieht das hier alles komplett aus, neben einer Einheits-E-Lok lungern hier noch zwei Quadratschädel herum. Die Drehscheibe liegt auf Gleis 20, im Schuppen wartet eine V100.

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Einige Schritte weiter Richtung Bahnhof lässt sich das Bw nun aus einer anderen Perspektive betrachten. Alles passt zum trüben Wetter und der Stimmung. Immerhin fällt der Blick nun auch auf die wirklich wenig attraktive Lokleitung. Begeben wir uns weiter Richtung Wasserturm. Die dazwischen auf dem Wege liegende Besandungsanlage wurde leider keines nachhaltigen Blickes gewürdigt. So schauen wir also dem unbekannten Eisenbahner beim Betanken seines VT24 mit Motoröl zu. Noch liegen hier auch Achsen auf dem Gleisstumpf unterhalb der Kranbrücke. Neben den beiden offenen Güterwagen findet sich auch die Toilette.

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Die Neugier plagt dann doch: Wie mag es dahinter aussehen? Ja nun, so sehen diese Ecken eben aus. Interessanterweise verläuft hier die Fernwärmeleitung, die den Einsatz der Heizlok vor einigen Jahren überflüssig gemacht hat. Wirklich besser wird die Verfassung des Wasserturmes übrigens nicht. Aber er wird noch viele Jahrzehnte durchhalten.

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Machen wir uns also auf den Rückweg. Mittlerweile hat sich die 216 von dannen geschlichen, die gedrehte Scheibe deutet darauf hin. Ein seltsames Gefährt auf Schuppengleis 23 fällt spontan ins Auge, es dürfte sich wohl um einen fahrbaren Altöltank handeln.

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Ein letzter Blick zurück. In wenigen Wochen wird man Gleise, Drehscheibe und Lokschuppen sperren und die Lokleitung verlassen. Der Fotograf Heiner Strungies hinterlässt einen wahren Bilderschatz.

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Fotos: Heiner Strungies
 
Im Mai des Jahres 1986 fährt Hans-Christian Schall am verdächtig ruhigen Bahnbetriebswerk vorbei.
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Foto: Edwin Rolf
 

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